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2005 - 'Schneewittchen'

Stückbeschreibung

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?

Tag für Tag befragt die eitle Königin ihren Zauberspiegel, und Tag für Tag erhält sie die gewünschte Bestätigung: "Frau Königin, ihr seid die Schönste im Land."

Schneewittchen und die sieben Zwerge - 2005
Schneewittchen inmitten der sieben Zwerge

Doch eines Tages antwortet der Spiegel nicht wie erwartet. Nicht die böse Stiefmutter, sondern Schneewittchen sei die Schönste. Damit will sich die eifersüchtige Königin keinesfalls zufrieden geben. Sie beschließt, dass Schneewittchen sterben soll.

Auf ihrer abenteuerlichen Flucht findet Schneewittchen Zuflucht bei uns, den sieben Zwergen. Für uns ist es eine große Freude, fortan Schneewittchen im Hause zu haben. Aber selbst hier ist sie vor den Nachstellungen ihrer Stiefmutter nicht sicher.

Doch die Tiere und wir tun alles zwergenmögliche, um unser liebes Schneewittchen zu beschützen.

Das versprechen wir Euch!

Eure sieben Zwerge

 - zu den Szenenfotos von Schneewittchen

- Hallo ich bins! - Artikel von Barbierchen

 

Klassischer Stoff kindgerecht aufgearbeitet

Vom 12.11.2005 - Wiesbadener Kurier

Bad Schwalbacher Taunusbühne verhilft Schneewittchen Nadine zur ersten großen Rolle

BAD SCHWALBACH - "Schneewittchen", der Klassiker der Gebrüder Grimm, diente in diesem Jahr der Taunusbühne als Vorlage für das Weihnachtsmärchen. In der Bearbeitung von Rosi Haas steckt aber wesentlich mehr als die Urfassung hergibt.

Von Martin Fromme

Die Geschichte um das liebenswerte und arglose Schneewittchen wimmelt von kindlichen Phantasien ebenso wie von Horrorszenarien. Da ist der finstere Wald, in dem das Kind vom Förster gemeuchelt werden soll, weil ihm die Königin/Stiefmutter unablässig nach dem Leben trachtet. Denn das "Spieglein, Spieglein an der Wand" verkündet Ihrer Majestät im sachlichen Tonfall eines Nachrichtensprechers, dass sie nun beileibe nicht die Schönste im ganzen Lande sei, sondern eben Schneewittchen.

Regisseurin Rosi Haas (rechts) gibt den Darstellern des diesjährigen Weihnachtsmärchens letzte Anweisungen. (jpg 9 kB)
Regisseurin Rosi Haas (rechts)
gibt den Darstellern des diesjährigen
Weihnachtsmärchens letzte Anweisungen.

Die Königin wird nicht müde - nachdem der Förster die Ausführung des Mordauftrags verweigerte -, ständig neue Giftmordanschläge zu ersinnen. In der Rolle der femme fatale brilliert Birgit Benedetto. "Das ist die Charakterrolle des Stücks," sagt Rosi Haas, die zusammen mit Elke Gotscher die Regiearbeit bewältigte. Kuriosität am Rande: Birgit Benedettos Tochter Nadine verkörpert die Titelfigur. "Meine erste große Rolle," erzählte die Sechzehnjährige und schafft es, Arglosigkeit, Unschuld und einen Schuss Naivität zu einen ganz eigenen Schneewittchen zu formen.

Im Vergleich zur ursprünglichen Fassung der Gebrüder Grimm ist die Inszenierung der Taunusbühne einerseits entschärft, durch zusätzliche Figuren und Musik andererseits aufgewertet. Während sich die Königin der Taunusbühne mit dem vermeintlichen Herz Schneewittchens als Jagdtrophäe begnügt, verspeist die Stiefmutter der Gebrüder Grimm außer dem Herz auch noch die Leber des Kindes, ohne zunächst zu ahnen, dass ihr die entsprechenden Innereien einer jugendlichen Wildsau untergeschoben wurden.

Längen sind in der letzten Phase der Proben vor der Premiere am 19. November (15 Uhr) im Kurhaus nicht erkennbar. Die Regie bezieht den Zuschauerraum mit in die Handlung ein. Die sieben Zwerge drehen singend eine Runde durchs Publikum, bevor sie die Bühne erreichen. Sie sind für die beiden Regiseurinnen der eigentliche Schwerpunkt. Wobei jeder der sieben einen eigenen Charakter darstellt.

Farbe in den Ablauf bringt auch die Musik. Komponiert wurde die eigens für die Aufführung von Michael Kropp. "Aus dem Gefühl heraus," so berichtet er, "habe ich die einzelnen Situationen verarbeitet." Um die Ergebnisse dann "meist per Telefon" den Regiseurinnen zu präsentieren.

Von den Grimms nicht vorgesehen, aber eine echter "Abstauber" der Publikumsgunst ist "der" Hoffriseur (Silvia Sarnowski) der Königin und dessen Gehilfe Barbierchen (Alina Hangen). Die beiden sind nicht nur für Styling verantwortlich, sondern auch für die Kommunikation mit dem Publikum und dafür, dass die schreckliche Drachenmutter und ihre Intrigen "bitte sehr, bitte gleich" durch den Kakao gezogen werden.

Das Schneewittchen der Taunusbühne ist wegen seines Schwerpunkts in der Komik eine kindgerechte Aufbereitung des klassischen Märchenstoffs.

 


 
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