1996 - Der Räuber Hotzenplotz (Preußler)

1996 - Der Räuber Hotzenplotz

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Wer von Euch kennt nicht Kasperl und Seppel, die zwei Lausbuben, welche nichteinmal vor dem gefurchtesten aller Räuber: "dem Räuber Hotzenplotz", Angst haben? Wahrscheinlich werdet Ihr sie alle kennen. Und wenn nicht, habt Ihr jetzt die Möglichkeit, die Beiden ganz nah kennenzulernen. Warum ? Dann hört mal gut zu:
Stellt Euch vor, Kasperl und Seppel haben die Taunusbühne besucht, um Euch ihre Abenteuer zu zeigen. Natürlich müssen sie den bösen Räuber Hotzenplotz fangen, der die Kaffeemühle der Großmutter gestohlen hat. Während der Wachtmeister Dimpfelmoser sich eine neue Uniform besorgen muß, da diese der Räuber Hotzenplotz auch gestohlen hat, und während die Großmutter Pflaumenkuchen backt, werden Kasperl und Seppel auf ihrer Räubersuche von dem Räuber Hotzenplotz geraubt.
So muß der Seppel beim Räuber Hotzenplotz bleiben, und der Kasperl kommt zu dem mächtigen Zauberer Petrosilius Zwackelmann. Wie sie es schaffen dem Räuber Hotzenplotz und dem Zauberer zu entkommen, und dabei noch eine Fee zu befreien, daß werden sie Euch selber zeigen.

1996 - Der Räuber Hotzenplotz

Auf der Bühne
Kasperl
- Ilka Dehmel
Seppel - Angela Pfeiffer
Räuber Hotzenplotz - Joachim Tölg
Jonathan - Sven Thiele
Jupp - Günther Soukup
Zauberer - Rainer Schön
Fee/Unke - Gudrun Pfeiffer
Großmutter - Emmy Faßbender
Dimpfelmoser - Marcus Krumpholz

1996 - Der Räuber Hotzenplotz
1996 - Der Räuber Hotzenplotz
Seppel (Angela Pfeiffer) und Kasperl (Ilka Dehmel) besuchen die Großmutter (Emmy Faßbender) 

Hinter der Bühne
Technik
- Frank Klein, Manfred Lettau, Klaas Meeno u.a.
Maske - Sabrina Schöne, Sigrid Soukop, Ines Ernst, u.a.
Musik/Textbearbeitung - Michael Dauth
Bühnenbau - Rainer Schön, Christine Herber, Günther Soukop, u.a.
Kostüme - Rosi Haas, Sieglinde Hüsam
Presse - Ursula Just, Ernst Dupre
Souffleusen - Anne Prasse, Karola Roth
Regie - Saskia Reis, Andrea Just

1996 - Der Räuber Hotzenplotz
1996 - Der Räuber Hotzenplotz
Seppel (Angela Pfeiffer) hat Dimpfelmoser (Marcus Krumpholz) im Gurkenfaß 

Wiesbadener Kurier vom 02. Dezember 1996 (Originalartikel zum download - jpg - 341 kB)

„Jonathan" geht lieber im Kurpark spazieren
Zauberhafter „Räuber Hotzenplotz" als diesjähriges Weihnachtsmärchen der „Taunusbühne".

BAD SCHWALBACH Achtung Bad Schwalbacher, aufgepaßt! Des „Hotzenplotz" Räuber-Gehilfe „Jonathan" will sonntags liber im Kurpark Spazierengehen als zu räubern. Wenn ihn sein Heuschnupfen läßt. Und sein Kollege „Jupp", der Räuber aus Sachsen, der im diesjährigen Weihnachtsmärchen der Bad Schwalbacher „Taunusbühne" vom unverwüstlichen Günther „Sammy" Soukop gespielt wird und ein rechtes Kreuz mit dem „Jonathan" hat, dem so ziemlich alle räuberischen Instinkte fehlen. Kein Wunder also, daß sich Sven Thiele, der auf der Bühne des Kurhauses alles falsch macht, schnell in die Herzen der Kinder spielt. Nach gut zwei Stunden gab es denn auch den verdienten Applaus für die neun Darsteller, die Regisseurinnen Andrea Just und Saskia Reis und das ganze „Taunusbühnen"-Team, dem es auch in diesem Jahr gelungen ist, groß und klein in die herrliche Räuber-Welt von Otfried Preussler zu entführen. Die Textbearbeitung hatte übrigens Michael Dauth besorgt.
Es fällt schwer, aus der durchweg blendend aufgelegten Schauspieltruppe eine bestimmte Person hervorzuheben. Und trotzdem: Ilka Dehmel als Kasperl mit der großen roten Mütze ist ein Naturereignis. Wenn sie sich die neueste Strategie ausdenkt, um den Räuber Hotzenplotz zu fangen oder das Geburtstagsgeschenk für die Großmutter (Emmy Faßbender) zu verstecken, dann rollt sie nicht nur mit den Augen, verzieht den Mund oder bewegt die Arme. Der ganze Körper der 17jährigen ist der freche und schlaue Kasper, der ganze Saal folgt gespannt ihrem Spiel. Angela Pfeiffer als Seppel hat es da nicht leicht an ihrer Seite und löst ihre Aufgabe deshalb umso bravouröser.

1996 - Der Räuber Hotzenplotz
1996 - Der Räuber Hotzenplotz


Wieder einmal müssen die beiden aufgeweckten Buben für Recht und Ordnung auf der Bühne sorgen, denn auf den Wachtmeister Dimpfelmoser ist wenig Verlaß: Seiner Uniform beraubt stellt Marcus Krumpholz eine gar jämmerliche „Amtsperson" dar, die nichts weniger erwarten kann, als den ihr zustehenden Respekt. Dafür aber umso mehr Spott für seinen schimpflichen Abgang in langen weißen Unterhosen, und dazu noch im Gurkenfaß versteckt. Dieser „Dimpfelmoser" wäre eine echte Touristenattraktion im Kurort, er müßte nur ein wenig lauter sprechen. Was Joachim Tölg als herrlicher Räuber Hotzenplotz leicht fällt. Kaum steht er auf der Bühne, weint auch schon das erste (fürs Theater wohl noch zu kleine) Kind. Dabei ist dieser „Hotzenplotz" nicht nur ein böser, sondern manchmal auch ein geplagter Räuber mit seinen beiden Spießgesellen. Und lachen kann man auch über ihn: Ganz zum Schluß ist er nur noch ein armer Gimpel, den der „Zauberer Petrosilius Zwackelmann" (Rainer Schön) in einen Vogelkäfig gezaubert hat Denn auf der Suche von Kasper und Seppel nach der von Hotzenplotz der Großmutter geraubten Kaffeemühle landen unsere beiden Helden schließlich im Zauberschloß, befreien die dort gefangene Fee (Gudrun Pfeiffer) und brechen somit seine magischen Kräfte. Beeindruckend dabei Rainer Schön, wie er vom wütenden zum lieben Zauberer verwandelt wird und in ihm das Wilde mit dem Netten kämpft. Und so ganz nebenbei die vielen Kinder, die nicht mehr stillsitzen können und am Rand der Bühne stehen, auf zauberhafte Weise auf Abstand zu den Schauspielern bringt.
Natürlich geht alles gut aus, Großmutter bekommt ihre Kaffeemühle zurück und Kasperl und Seppel endlich ihren Pflaumenkuchen. Belohnung für ein Stück harte Arbeit, denn mit zunehmender Spieldauer werden die jungen vom Fernsehgerät trainierten Zuschauer im Saal immer lauter. So ein Weihnachtsmärchen mit „echten" Menschen hat denn auch gegenüber der „Flimmerkiste" den einzigartigen Vorteil, daß sich die Kinder nach dem Spiel von den Schauspielern verabschieden können. Was sicherlich eine gute Voraussetzung für einen ungetrübten Nachtschlaf ist. Bleibt noch zu berichten, daß Hotzenplotz-Darsteller Joachim Tölg am Tag der Premiere seinen 35. Geburtstag feierte und ihm der Saal gutgelaunt ein fröhliches Ständchen brachte.
Oder wie sagte es ein kleiner Junge, als der „Jonathan" sich beim „Jupp" beschwerte, man müsse die Leute, die man ausraube, nicht auch noch verhauen: „Jawoll! Gibs ihm!"
MATHIAS GUBO

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